Erfahrung schon seit 1987
Die
Schmerzklinik ist
nach § 40 SGB V von allen
gesetzlichen Krankenkassen als
Rehabilitationseinrichtung anerkannt und auch beihilfefähig (OPS
8-918)
VENENSCHMERZ
schmerzhafte, schmerzende
Venen
Was ist eine Vene?
Blutgefäß, das zum Herzen zurück führt. Die (dünne) Wand besteht aus 3 Gewebsschichten: Tunica intima, - media und - externa.
Häufigste Störung des venösen Systems ist die chronisch
venöse Insuffizienz (* siehe unten) auf der Grundlage
einer venösen Abflußstörung. Diese Stauung äußert sich in tagsüber
zunehmendem Schwere- und Schmerzgefühl sowie in Beinschwellungen.
Eine venöse
Insuffizienz liegt vor, wenn der Knöchelumfang morgens und abends um mehr als
1,5 cm differiert.
Auffällige Befunde bei der Untersuchung:
Varikosis (= dichtes Geflecht oberflächlicher Krampfadern)
livide (= bläuliche, fahle) Verfärbung der Haut
Ödem (= Schwellung durch Flüssigkeitsansammlung) und
Pigmentstörungen
Die Behandlung der (noch
relativ beschwerdearmen) venösen Insuffizienz besteht im wesentlichen in einer
Kompression der dilatierten (= erweiterten) Venen
(Kompressionsstrümpfe).
Bei ausgedehnten trophischen (= mit
Zeichen einer Mangelernährung einhergehenden) Störungen mit
Ulcus cruris (=
Beingeschwür,
offenes
Be in), begleitet von
einem hartnäckigen
Venenschmerz, liegen
positive Erfahrungen sowohl mit einer Infusionsbehandlung mit Alprostadil
(Prostavasin®) als auch mit einer
kontinuierlichen Ischias -Blockade mittels
Katheter** vor (Klatt und Leser
1994).
Akute Thrombophlebitiden
(= Venenentzündung mit Verschluß durch Blutgerinnsel)
und Thrombosen (= Bildung von Blutgerinnsel)
geben nur selten Anlaß zu einer spezifischen
Schmerztherapie.
Im Falle
einer oberflächlichen Thrombophlebitis wird man sich auf eine
Kompressionstherapie beschränken, die tiefe Beinvenenthrombose verlangt eine
Antikoagulantientherapie (= Mittel zur Blutverdünnung)
oder Embolektomie (= operative
Entfernung eines Blutgerinnsels).
In manchen Fällen verbleibt allerdings ein hartnäckiger Venenschmerz aufgrund eines sog. postthrombotischen Syndroms (= Krankheitszeichen die auf eine vorangegangene Thrombose zurückzuführen sind). Als Folge einer tiefen Thrombose (= Bildung von Blutgerinnsel) hat sich im Bei n eine chronische Rückflußstauung gebildet die nach May in 4 Schweregrade unterteilt wird.
Behandlung von Venenschmerz en beim postthrombotischen Syndrom:
Als hilfreich hat sich (zusätzlich) eine Infusionsserie mit Lidocain (= ein mittellang wirkendes, örtliches Betäubungsmittel) erwiesen. Dabei werden unter Pulskontrolle (Monitor) in aufsteigender Dosierung jeweils 50, 100 u. 150 mg gelöst in 200 ml Kochsalz 0,9% mit Hilfe einer Infusionspumpe (z.B. Infusomat) innerhalb eine Stunde verabreicht, wobei sicherheitshalber ein Abstand von 24 Stunden zwischen den einzelnen Infusionen eingehalten werden sollte. Man kann Lidocain (2%ig) auch serienmäßige mittels intraarterieller Injektionen in die A. femoralis (= Spritzen in die Beinschlagader) verabreichen, so z.B. 2 mal täglich 1-1,5ml (= 20-30 mg) im Abstand von 10-12 Stunden über 10 Tage. Dabei gelangt das örtliche Betäubungsmittel über die sog. Endstrombahn auch auf die venöse Seite und führt auch dort zu der gewünschten Gefäßerweiterung bei gleichzeitiger Schmerzlinderung.
Erläuterungen:
* Eine chronisch venöse Insuffizienz liegt vor, wenn anlagebedingt die Venenwand geschwächt ist und / oder die sog. Venenklappen nicht mehr richtig funktionieren. Dadurch "versackt" das Blut in den Venen und staut sich. Man spricht dann von einer sog. venösen Abflußstörung.
** Bei der sog. kontinuierlichen Blockade mit Katheter wird der dünne Kunststoffschlauch dicht an Nervengeflechte bzw. den betroffenen Nerven eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht "aufgeschnitten" werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das örtliche Betäubungsmittel völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittel durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden. Das örtliche Betäubungsmittel wird bei dieser Behandlung so dosiert, dass die grobe Kraft erhalten bleibt (bei gleichzeitiger Hemmung der Schmerzreizleitung), damit begleitend krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich bleiben. Dass die schmerzlindernde Wirkung i.d.R. über die eigentliche Behandlungszeit hinaus anhält, ist u.a. darauf zurückzuführen, daß bei dieser Blockadebehandlung auch die sog. vegetativen Nerven betroffen sind, woraus eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung resultiert. Dies ist der Grund, warum diese Behandlungsmethode besonders bei Schmerzen, die durch entzündliche oder auch degenerative Prozesse entstanden sind, hilfreich ist.
Die Methoden der modernen Schmerztherapie bieten auch optimale Voraussetzungen für eine Anschlußheilbehandlung (AHB) bzw. Anschlußrehabilitation. Mehr darüber erfahren Sie hier: http://www.anschlussheilbehandlung.co.uk (einfach anklicken).
Laut der Webseite des Bundesministeriums für Gesundheit haben seit dem 1.4.2007 alle gesetzlich versicherte Personen einen Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation und können sich ihre Rehabilitationseinrichtung sogar selbst aussuchen . Lesen Sie dazu auch einen Brief an die Aufsichtsbehörden.
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Aktualisiert:>26.09.2008</> kusb&
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